Samstag, 10. September 2011

Austausch.

Austausch ist Lernen. Es ist nicht ein simples Lernen, was in der Schule unterrichtet wird. 
Es ist Lernen zuzuhören, zu reden und zu denken. 
Lernen wer man selbst ist, wer deine Freunde sind und welche Leute man als Freunde haben will. 
Es ist das Lernen deinen innersten Gefühlen zu vertrauen und diese Gefühle erst einmal zu finden. 
Es ist Lernen was wirklich wichtig für dich ist und herausfinden welche Dinge dir unwichtig sind.

The End.

Seit 3 Monaten bin ich nun schon wieder in Deutschland, und ehrlich: es könnte nicht schöner sein.
Leben in Deutschland ist wunderbar.

Und es ist nicht so, dass mein Leben in Kansas schlecht war, dass ich nur noch froh war, als die Zeit endgültig vorbei war. Im Gegenteil, ich hatte ein wunderbares Jahr, und bin super dankbar für all die Erfahrungen, die ich machen durfte.
Und nicht zuletzt, weil ich erst recht gemerkt habe, wie viel ich hier in Deutschland habe und wie schön es doch zuhause ist.
Und ich merke: es gibt ein Leben nach dem Austauschjahr! Man ist für so lange Zeit so unglaublich fokussiert darauf, ins Ausland zu kommen, und plötzlich fällt man am Flughafen unter Tränen seiner Familie in die Arme, die einen 10 Monate lang aus der Ferne unterstützt & geliebt hat. 
Und das Leben geht weiter. 

There's no better place like home.

Dies ist der letzte Post in diesem Blog. 
Ich danke Dir, dass Du mich hier begleitet hast über mein Jahr! 

Dienstag, 17. Mai 2011

4 Wochen - Gefühlschaos PUR.

Hier sitze ich, mit meinen Gefühlen im Schoß, und stehe zwischen weinen und jubeln.

In 4 Wochen werde ich im Flugzeug sitzen, wahrscheinlich schon längst über dem Atlantik.
In 4 Wochen wird es Zeit, sich endgültig zu trennen.
In 4 Wochen wird mein Jahr hier zu Ende sein.

Wie ich mich damit fühle, reicht praktisch von himmelhochjauchzend-es-nicht-mehr-abwarten-könnend zu heulend-zusammenbrechend-und-ungläubig-verweigern-ins-Flugzeug-zu-steigen.
Es ist krass. Es ist verwirrend. Es ist manchmal schön, und manchmal schrecklich.

OHHHH YEEEAAAHHH, ich kann nicht mehr warten!!
NOOOOO, wo ist die Zeit hingerannt?!?!?!
AHHHHHH, das wird der glücklichste Moment meines Lebens!
BUHUHUHUHU, es ist sooo schön hier!
- So könnte man momentan meinen inneren Monolog beschreiben.

Nein, ich freue mich unglaublich, nach Hause zu kommen. Zurück mit meiner Familie, meinen Freundinnen, einfach allem. Einen super tollen Sommer haben, und es erst richtig genießen können, eben weil ich jetzt weiß, was ich habe.
Und mein Jahr hier war nicht einfach. Höhen und Tiefen, rasante Wechsel dazwischen. Heimweh, Stress, Alleinsein(fühlen).

Und es war trotzdem so unglaublich. So aufregend, so neu, so herrlich.
Lernte neue Leute kennen. Lernte neue Wörter. Lernte, mich in einem anderen Land zurechtzufinden, mit anderer Familie, anderer Sprache & Kultur.
Und ich habe es geschafft. Ich bin unglaublich stolz auf mich, es durch dieses Jahr gemacht zu haben. Ich genieße die Zeit mit Familie & Freunden hier mittlerweile umso mehr, da ich einfach weiß, dass die Zeit rast.

Zuhause wird super. Ich habe gemerkt, was ich doch an Deutschland habe (mehr als nur Leberwurst & das öffentliche Verkehrssystem!).
Ich habe Menschen, die mich lieben & unterstützen, egal wo ich bin. Die für mich da sind, auch wenn man 8000 km entfernt ist. Die mir mit liebsten Nachrichten, Bildern & Videos immer wieder den Tag versüßen. Die an mich glauben, egal was ich für mich richtig halte.

16 Jahre Leben in Deutschland kann man nicht vergleichen mit 10 Monaten Leben in den USA. Und doch habe ich mir hier ein eigenes Leben aufgebaut, einen Alltag mit Schule, Familie & Freunden.
Mittlerweile sitze ich manchmal in der Schule, und mir wird schon ganz mulmig, bei dem Gedanken, in einer Woche schon zum allerletzten Mal aus der Schule zu laufen, so wie ich das jeden Tag, jetzt noch beschwingt & heiter tu.
Ich habe alle meine Lehrer so gern, und auch, wenn das Aufstehen morgens doch manchmal lästig ist, bin ich gerne in der Schule.
Gastfamilie & Freunde kann man immer noch besuchen kommen, aber das alltägliche (Schul-)Leben lässt sich nicht wiederholen.

Meine Gastfamilie ist wirklich meine zweite Familie geworden. Carisa und ich gehen schon immer als Mutter & Tochter durch, was sehr praktisch ist, wenn Carisa für mich zusätzliche Rabatte reinholen kann beim Shoppen.
Luciana & Sergi sind meine Schwester & mein Bruder geworden. Wir spielen und kabbeln, wir toben und wir erschrecken uns gegenseitig. Sie kommen zu mir ins Zimmer und wollen eine Pillow-Pet-Party schmeißen (eher Luciana) oder spät nachts Glee schauen (eher Sergi).

Sofia ist eine meiner besten Freundinnen hier geworden. Ich liebe es, dass sie nur die Straße raufwohnt. Ich liebe unsere Freitagabendfeste, wenn wir Filme schauen und Unmengen von Eis essen.
Hannah ist ebenfalls eine meiner besten Freundinnen hier. Wir nennen uns schon gegenseitig "Besties", haben einen Haufen Witze, die nur wir verstehen. Gehen zusammen shoppen. Nach der Schule Kaffeetrinken. Haben Lunch & 3 Fächer zusammen. Ty sitzt in Englisch neben mir und kann manchmal ein bisschen zickig werden (haha, sorry Ty), aber im Prinzip haben wir auch immer sehr viel Spaß. Hannah-Ty-Anneke-Skypegespräche Sonntagnacht dürfen natürlich auch nicht vergessen werden.

Und hier sitze ich nun, mit viel zu viel Klamotten (keine Ahnung, wie ich das alles nach Hause bringen soll), schon einigen Mitbringseln (sehr stolz, SO früh dran zu sein), und obendrein einem Gefühlskuddelmuddel.
Life goes on. 
Und so werde ich noch die restliche Zeit voll & ganz genießen, und dann glücklich & gestärkt nach Deutschland zurückkehren.

Ich danke Euch, für alles. Ihr seid der Grund, dass ich es gar nicht mehr abwarten kann, nach Hause zu kommen. 

Ich danke Dir. Ich bin glücklich, dass es Dich gibt. Ich liebe Dich.